Ein Euro

13. Dezember 2009

Neulich war ich im Supermarkt einkaufen. Ich brauchte nur ein paar Teile. Als ich so durch die Regale wanderte, fiel mir doch einiges mehr ein als vorgesehen. Mein Geld würde ja dafür noch reichen (dachte ich). An der Kasse kam dann ein Betrag von ca. 25,- Euro heraus. Die Kassiererin hatte den Betrag schon eingebucht. Ich zählte nun mein ganzes Geld auf, auch alle Münzen, aber es blieb ein Fehlbetrag von einem Euro. Ich war gerade dabei, eine Ware von ungefähr dem Wert zurück zu geben, als ein netter Mann, der hinter mir in der Schlange stand, der Kassiererin einen Euro reichte. Die nahm den auch gleich, um eine Fehlbuchung zu verhindern. Natürlich habe ich mich dafür bedankt und dem Herrn angeboten, den Euro an der Kasse zu hinterlegen, den er sich beim nächsten Einkauf abholen könnte. Er wies das zurück mit den Worten, „Ich freue mich, hier jemandem mit so geringem Aufwand helfen zu können.“

Diesen Vorfall erzählte ich meiner Nachbarin und war über deren Reaktion empört. Sie sagte mir, einem fremden Menschen einen Euro zu schenken, das käme für sie nie in Frage, darin sei sie knallhart. Von der Seite kannte ich sie noch gar nicht und war sehr enttäuscht. Ich habe ihr nur geantwortet, „Wo bleibt die Solidarität, wenn jeder so handeln würde.“

Bei mir hat sie durch diese Äußerung an Ansehen verloren. So kann man sich in einem Menschen täuschen.

Tschüss, Eure Mutsch