Seniorenkreis

29. Januar 2010

Ich besuche immer noch, und das seit zwanzig Jahren, den Seniorenkreis der evangelischen Kirche. Wir sind etwa 25 Personen, überwiegend Frauen. Unsere Leiterin ist eine quirlige Person, die bemüht ist, keine Langeweile aufkommen zu lassen.

Wir treffen uns ein Mal die Woche, für zwei Stunden. Den Kaffee spendet die Kirche, den Kuchen bringen wir selbst mit. Es wird gesungen, gebastelt, gemalt, Gymnastik gemacht und auch über aktuelle Themen gesprochen und diskutiert – und nicht zu vergessen die Gedächtnisübungen. Im Sommer stehen auch Ausflüge auf der Tagesordnung. Es ist meistens eine fröhliche Runde, wo viel gelacht wird.

Ich habe in den vielen Jahren viele kommen und gehen sehen. Paare haben sich gefunden (ja, die Alten sind auch daran noch interessiert), die entschlossen waren, ihren Lebensabend gemeinsam zu meistern, was oft auch geglückt ist. Nur dem letzten Paar waren nur drei Jahre Zusammensein vergönnt, dann schlug das Schicksal zu. Sie passten gut zusammen. Als sie sich kennen lernten, war sie 70 und er 79 Jahre alt. Sie verreisten sehr viel und erzählten uns dann von ihren Erlebnissen. Und dann fehlten sie bei unseren Treffen. Wir erfuhren, dass die Partnerin im Krankenhaus war. Es vergingen wieder einige Wochen, dann stand es fest: Sie hat Alzheimer und kann nie wieder in ihre Wohnung zurück. Man kann sie nicht mehr allein lassen. Nun ist sie im Altersheim, mit 73 Jahren. Traurig.

Ja, im Alter muss man mit allem rechen – mit einem überraschenden Glück genauso wie mit dem plötzlichen Ende. Aber ein Altenheim muss nicht immer eine Katastrophe sein, in letzter Zeit ist durch Kontrollen vieles besser geworden. Nur der Preis ist zu hoch – wer kann sich denn 3000,- Euro im Monat leisten? Ich werde jedenfalls, solange es möglich ist, hier in meinem Haus bleiben. Ich habe Angehörige, die mich, wo es nötig ist, gut versorgen und dafür bin ich sehr dankbar.

Tschüss, Eure Mutsch

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